Was ist eine Innovation? Etwas, das es vorher noch nicht gab. Oft ist es eine Verbesserung von etwas bestehendem oder eine neuartige Kombination. Gelegentlich ist es auch etwas komplett Neues.

Wer eine Innovation voranbringen möchte, kämpft auf mehreren Schauplätzen:

  1. Man muss überhaupt auf die Idee für die Innovation kommen (oft ist eine Notlage, ein Mangel oder Frust der Antreiber für Innovationen)
  2. Man muss die innovative Idee in oft als endlos erscheinenden Wochen, Monaten oder gar Jahren zu einem nutzbaren Ergebnis (Produkt, Dienstleistung) machen
  3. Man muss den potentiellen Nutzern diese Innovation verständlich machen und sie dafür begeistern
  4. Man muss mit der Angst vor Neuem, die bei den meisten Menschen vorherrscht, umgehen und sich nicht davon entmutigen lassen

Gerade der letzte Punkt, die Angst vor Neuem und der Umgang mit Innovationen, ist in hohem Maß von der Kultur einer Gesellschaft abhängig.

Kulturelle Unterschiede beim Umgang mit Innovationen

Länder und Gesellschaften mit einer hohen Toleranz für Fehler, also einer ermutigenden Fehlerkultur, die dazu beiträgt, Dinge auszuprobieren und Rückschläge als notwendigen Teil ansehen, solche Länder sind auch sehr innovationsfreundlich.

Natürlich haben auch in diesen Ländern Menschen Ängste vor Neuem, aber sie gehen offener mit Innovationen um und lassen sie erst einmal zu.

In anderen Ländern herrscht eine gegenteilige Kultur. Fehler werden als Makel gesehen, das Bestehende wird lieber nochmals um 0,1% verbessert, anstatt eine ganz neue Idee anzugehen. Innovationen werden erst einmal grundsätzlich abgelehnt, es werden die Gefahren hervorgehoben und sehr schnell wird auch über ein Verbot oder zumindest eine Reglementierung nachgedacht.

Leider gehört Deutschland zu den Paradebeispielen für diese ungünstige Innovationskultur.

Wobei es hier eine interessante Diskrepanz gibt.

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Das Land der Denker und Tüftler

Deutschland ist eigentlich ein Land von Denkern und Tüftlern, von Ingenieuren und Erfindern.

Regelmäßig hören wir, wie viele Patente in Deutschland wieder angemeldet wurden. Das ist super. Das spricht für die Intelligenz, Innovationskraft und Durchhaltevermögen von Forschern und Innovatoren.

Das traurige ist, dass viele Innovationen zwar in Deutschland erdacht, dann aber in anderen Ländern umgesetzt werden.

Ich gehe heute nicht auf die Gründermentalität im Land ein, das hebe ich mir für einen andern Post auf.

Es geht darum, wie jeder einzelne von uns durch unser Denken, Reden und Handeln die Zukunftsfähigkeit des Landes positiv oder negativ beeinflusst.

Sehen Sie sich diesen Ausschnitt aus der Tagesschau von 1977 an.

Diesen Umgang mit Innovationen können wir, nicht nur, in Deutschland ständig beobachten. Sobald etwas Neu ist und eine gewisse Resonanz erfährt, werden die Rufe nach Verboten laut.

Man erinnere sich nur an die E-Roller-Diskussion 2018/2019.

Ihr Umgang mit Innovationen?

Wie gehen Sie denn mit Innovationen um?

Sagen Sie spontan:

  1. Das braucht man nicht
  2. Das kenne ich nicht, das ist unnötig
  3. Gibt es keine wichtigeren Probleme zu lösen?
  4. Ich verstehe es zwar nicht, aber es sieht gefährlich aus. Das gehört verboten!

Das klingt eher nach Bedenkenträgertum.

Oder sind Sie eher der Neugierige, denn Sie sagen:

  1. Was ist denn das? Das muss ich mir mal ansehen
  2. Das kenne ich nicht, wozu kann man das brauchen?
  3. Ich wusste gar nicht, dass es dafür einen Bedarf gibt. Was muss ich wissen?
  4. Ich verstehe es nicht. Erkläre es mir
  5. Darf ich das mal ausprobieren?
  6. Wow, super, das will ich haben!

Denn Albert Einstein hat mal wieder Recht:

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Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Falls Sie eher zu den Bedenkenträgern gehören, dann versuchen Sie doch zukünftig einmal, zumindest Ihre spontane Äußerung Ihrer Bedenken zurückzuhalten.

Fragen Sie nach, seien Sie neugierig und finden Sie heraus, was es mit der Innovation wirklich auf sich hat.

Wenn es nichts für Sie ist und es keine echten Gefahren gibt, dann verhalten Sie sich neutral.

Die Innovationskultur in einem Land wird nicht durch eine Behörde oder die Politik vorgegeben, sondern entsteht durch den Umgang der Menschen mit Innovationen.

Wenn wir in Deutschland schon so viele tolle Forscher, Ingenieure und Erfinder haben, dann ist es doch unsere Pflicht, ihnen auch den Boden zu ebnen, diese Innovationen in den Markt zu bringen. Indem wir offen damit umgehen, auch wenn wir es nicht verstehen, und ihnen eine Chance geben.

Wenn wir dies nicht tun, sieht es schlecht aus um die Zukunft unseres Landes.

In Unternehmen ist eine Unternehmenskultur notwendig, die das Testen und Nutzen neuer Möglichkeiten begrüßt und unterstützt, anstatt zu versuchen, alles beim Alten zu belassen.

Aber jetzt genug gelesen… Ab auf das Rollbrett, den E-Scooter oder was auch sonst aktuell als Innovation in der Diskussion ist.

Sie haben Kollegen, die gerade an Innovationen arbeiten, die für Sie böhmische Dörfer sind? Dann gehen Sie vorbei und lassen Sie sich beeindrucken…

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