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      Inspiration: Wird es das Boot schneller machen? [Fokus, Prioritäten setzen, effektiv entscheiden]

      Inspiration - Wird es das Boot schneller machen

      24. September 2000. Sydney. Olympische Spiele.

      Das Finale des Ruder-Achters mit Steuermann stand auf dem Programm.

      Der Höhepunkt der Saison und das Ziel der Ruderer, die seit Jahren konsequent auf diesen Moment hingearbeitet haben.

      Unter ihnen das Britische Team. Eine Nation mit viel Ruder-Tradition.

      Doch der letzte Olympiasieg im Achter lag 88 (achtundachtzig) Jahre zurück. 1986 und 1996 war man immerhin Weltmeister. Aber Olympiaden waren für die Ruderer von der Insel oft ein trauriges Kapitel.

      Deswegen erwartete im Vorfeld kaum jemand, dass sie es packen würden.

      Außer den Ruderern selbst.

      Einige Jahre vor den olympischen Spielen wurde die Crew zusammengestellt und man trainierte gemeinsam auf dieses Event hin.

      Weiter wie gehabt oder neue Wege gehen?

      Die Ruderer standen vor der Wahl, ob sie wieder so trainieren, wie man es in der Vergangenheit getan hatte.

      Wie es üblich war.

      Wie es jeder erwartete.

      Weil auch niemand erwartete, dass man olympisches Edelmetall nach Hause bringen würde.

      Wir sind nicht gut genug

      Sie hätten auch auf die Vergangenheit blicken können und feststellen, dass man einfach nicht gut genug war. Und es dann auch keinen Sinn macht, sich richtig reinzuhängen.

      Denn egal wie fit und durchtrainiert – eine olympische Medaille zu gewinnen erfordert mehr als Fitness. Es erfordert Disziplin. Über Jahre hinweg. An jedem einzelnen Tag.

      Dies ist wunderbar mit diesem Videoclip von Michael Phelps dargestellt (It’s what you do in the dark, that put’s you in the light):

      Doch die Ruderer wollten mehr.

      Sie hatten Leidenschaft und den Willen, etwas Großes zu leisten.

      Sie wollten alles auf den Prüfstand stellen.

      Anders trainieren.

      Anders rudern.

      Anders essen.

      Anders denken.

      Anders handeln.

      Die Qualität unserer Fragen bestimmt die Qualität unseres Handelns

      Beim Training professioneller Athleten gibt es unzählige Facetten, die wichtig sind.

      Man müsste ihnen eine lange Liste mit Dingen geben, die sie tun dürfen und eine noch längere Liste mit Dingen, die sich nicht tun dürfen.

      Das macht aber keinen Sinn.

      Die Athleten müssen selbst ad hoc entscheiden können, was richtig ist.

      Und so entwickelten sie ein Mantra, eine Frage, die all ihre Entscheidungen lenkte:

      „Wird es das Boot schneller machen?“

      Im Original:

      „Will it make the boat go faster?“

      Einer der Ruderer, Ben Hunt-Davis, beschreibt es in diesem Video (das leider nur auf Englisch verfügbar ist und bei dem Audio und Video nicht synchron sind – aber die Message kommt rüber)

      Diese Frage macht nahezu jede Entscheidung einfach.

      • Gehen wir in den Pub, um ein Bier zu trinken?“ -> Macht es das Boot schneller? -> Nein
      • Gehen wir noch eine Stunde auf die Rudermaschine?“ -> Macht es das Boot schneller? -> Ja, wenn wir heute noch nicht alle Trainingseinheiten absolviert haben -> Machen
      • „Sollen wir Journalisten für Interviews einladen?“ -> Macht es das Boot schneller? -> Nein

      Diese Frage erinnert Sie vielleicht an die ONE THING Fokus-Frage, über die ich hier ausführlich geschrieben habe.

      Und das Prinzip ist das selbe.

      Absoluter Fokus auf ein Ergebnis.

      Und Unterstützung bei der Entscheidung, was man nicht machen sollte.

      Beispiel Southwest Airlines

      Die US-amerikanische Fluggesellschaft Southwest Airlines ist für ihre unschlagbaren Preise für ein dennoch sehr gutes Produkt bekannt.

      Der Gründer, Herb Kelleher, wurde einmal nach dem Geheimnis des Erfolgs gefragt.

      Seine Antwort:

      Ich kann Ihnen in 30 Sekunden erklären, was unser Geheimnis ist:

      Wir sind DIE Low-Cost-Airline.

      Sobald Sie diesen Fakt verstanden haben, können Sie genauso gut wie ich als CEO die richtigen Entscheidungen zur Zukunft der Firma treffen.“

      Punkt.

      Unternehmensstrategie geklärt.

      Was das bringt?

      Jeder im Unternehmen kann sich bei jeder Handlung, bei jeder Entscheidung fragen: „Macht uns diese Entscheidung zu der Low Cost Airline oder nicht?“

      • Besseres Essen für die Fluggäste, das uns 20 Cent pro Fluggast mehr kostet? -> Nein
      • Um 20% schnelleres Boarding durch 6 statt 8 Boardingzonen -> Ja
      • Mehr Freigepäck im Handgepäck und dadurch geringere Kosten bei der Gepäckendladung -> Ja

      Ziel war es nicht, die Airline mit dem besten Service zu werden. Oder dem besten Essen. 

      Wenn man das zusätzlich erreichen kann, dann nimmt man das auch noch mit.

      Aber wenn besserer Service mehr kostet, dann widerspricht es dem klaren Ziel und wird deswegen nicht gemacht. 

      Was ist Ihre „schnelleres Boot“-Frage?

      Stellen Sie sich vor Sie selbst, Ihr Team, Ihr Unternehmen hätte eine solche Frage.

      Was würde das bedeuten?

      Wichtig ist, dass es eine ganz klar formuliert Frage sein muss.

      Kein Manifest.

      Nichts kompliziertes.

      Jeder Mitarbeiter muss etwas mit der Frage anfangen können und die Antwort darf keine Diskussion mehr zulassen.

      Disziplin macht effektiv

      Natürlich muss man dann zu unglaublich vielen Dingen Nein sagen.

      Selbst zu tollen Chancen.

      Hätte das britische Ruderteam eine genialen Sponsorenvertrag mit einer Brauerei angenommen, dann hätte es sicherlich viel Geld verdienen können. Aber es hätte sie von der Goldmedaille abgelenkt.

      Disziplin macht effektiv.

      Wenn das Ziel klar ist, reizvoll, anspruchsvoll und wir wollen es wirklich, dann ist eine solche Frage Gold wert.

      Überlegen Sie nochmals für sich selbst, was Ihre Boots-Frage ist.

      Diskutieren Sie es mit Ihren Kollegen und Ihrem Team und testen Sie es.

      Sie können nur gewinnen.

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