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      Zukunft der betrieblichen Weiterbildung [Online vs. Vor-Ort-Trainings]

      Betriebliche Fortbildung der Zukunft nur noch online

      Mitarbeiterschulungen in Unternehmen werden niemals wieder in persönlichen Seminaren stattfinden“ – so schrieb das FORBES Magazin Mitte Mai 2020 (Link zum FORBES-Artikel)

      Was für ein Statement.

      Was für ein Blödsinn.

      Doch betrachten wir einmal die Fakten:

      • Durch COVID19 wurden alle persönlichen Fortbildungs- und Ausbildungsvorhaben komplett gestoppt
      • Viele Unternehmen, die zuvor noch gar keine Erfahrung mit Online-Schulungen gemacht haben, unternahmen erste Versuche – und stellten fest, dass es auch online hervorragend möglich ist, Mitarbeiter zu schulen. Sowohl in fachlichen Skills als auch in Soft Skills wie Kommunikation oder Führung. Sie stellten aber auch fest, dass es auch im Online-Trainingsumfeld sehr viele schlechte Angebote gibt
      • Unternehmen, die bereits Online-Schulungen nutzten, weiteten diese Nutzung aus

      Die noch vor der Corona-Krise bestehenden, massiven Vorbehalte gegen Online-Schulungen insbesondere im Soft Skill-Bereich und für Führungskräfte sind zum Glück dank der Krise gekippt. Noch nicht bei allen Verantwortlichen, aber bei vielen.

      Das ist gut so.

      Das soll und muss so bleiben.

      Und es muss noch viel mehr und innovativer auf Online-Schulungen zurückgegriffen werden.

      Vorteile der Online-Weiterbildung

      Von den nicht mehr anfallenden Kosten für Reisen, Hotels, Verpflegung abgesehen (und den CO2-Abdruck verbessern wir auch), können Online-Schulungen meistens auch ohne Abwesenheit vom Arbeitsplatz durchgeführt werden.

      Was gleichzeitig eine Herausforderung ist – denn wer einmal für 3 Tage auf einer richtig guten Schulung war, hat die Abwesenheit vom Arbeitsplatz als sehr förderlich für das Lernerlebnis wahrgenommen.

      Leider sind die richtig guten Schulungen eher Mangelware. Doch weiß man das erst, wenn man die Schulung besucht hat. Bei Vor-Ort-Schulungen gibt es keine Geld-zurück-Garantie oder Erfolgsgarantie.

      Online-Schulungen eliminieren das Risiko

      Online-Schulungen bieten solche Möglichkeiten.

      Wenn HR-Verantwortliche auf mich zukommen und beispielsweise Interesse daran haben, 50 neue Teamleiter online trainieren zu lassen, dann kaufen sie nicht die Katze im Sack!

      Ich stelle dem HR-Experten einen Zugang zum Online-Training zur Verfügung und derjenige kann sich das Training komplett ansehen.

      Und dann auf Basis seiner realen Erfahrung entscheiden, ob

      • die vermittelten Inhalte
      • die Art der Vermittlung
      • die in der Schulung vereinbaren Werte

      zum Unternehmen passen. Er entscheidet nicht basierend auf einer marketing-optimierten Broschüre, sondern auf Basis des realen Erlebnisses des Online-Trainings.

      In dem Moment hat der HR-Experte keinen Cent riskiert.

      Diese Möglichkeit gibt es bei keiner persönlichen/Vor-Ort-Schulung.

      Danach schickt die Personalabteilung beispielsweise 10 neue Führungskräfte in unser online-basiertes Bootcamp für neue Führungskräfte und wartet deren Urteil ab. Klar, dafür muss bezahlt werden. Aber die 10 Führungskräfte lernen auch etwas. Wenn die 10 Teilnehmer danach feststellen, dass das Programm passt, können alle anderen angemeldet werden.

      Jetzt denken Sie vielleicht: „Bestätigt das nicht die Aussagen des FORBES-Artikels?

      Ja. Und Nein.

      Betriebliche Schulungen der Zukunft – ein SOWOHL – ALS AUCH

      Die Zukunft der Fortbildung besteht nicht im entweder – oder, wie im FORBES-Artikel beschrieben.

      Das ist Quatsch!

      So wie jede Extremposition kritisch zu sehen ist.

      Die Zukunft ist ein individuell ausgeglichenes sowohl – als auch!

      Betriebliche Weiterbildung der Zukunft ist die Verbindung von Online- und persönlichen Vor-Ort-Seminaren

      Betriebliche Weiterbildung der Zukunft ist die Verbindung von Online- und persönlichen Vor-Ort-Seminaren

      Was spricht für persönliche, Vor-Ort-Schulungen?

      Die Power einer Gruppe von Menschen.

      Wir können unglaublich tolle und miteinander interagierende Gruppen im virtuellen Raum schaffen. Doch wie kommt es, dass es auch unter den Social Media-Profis regelmäßig große und kleine Events gibt, bei denen sie sich persönlich treffen?

      Weil der menschliche Kontakt, bei dem man sich wirklich sieht und Gefühle, Energie, Nähe spürt, durch nichts zu ersetzen ist.

      Ich führe seit 2008 Schulungen durch. Ich war in 30 Ländern. Habe mit Menschen aus über 50 Nationen gearbeitet. Die Energie – oder fehlende Energie – einer Gruppe in einem Raum ist ein wichtiger Bestandteil einer Schulung.

      Doch nicht für alle Schulungsinhalte ist dieses Erlebnis notwendig!

      Wenn ich auf mein Fachgebiet, die Ausbildung von Führungskräften blicke, dann sehe ich für die Zukunft folgende Aufteilung:

      • 70% der Inhalte können online (per Online-Schulung, in virtuellen Live-Coaching und Webinaren) vermittelt werden
      • 30% der Inhalte erfordern das persönliche Zusammenkommen

      Wann ist das persönliche Zusammenkommen im Seminarraum notwendig?

      Werden wir konkret.

      Wenn es um die Vermittlung von Vertriebsfähigkeiten geht, dann gehören sowohl Methoden und Theorie, aber auch Praxis in eine Schulung.

      Natürlich können wir eine Vertriebsverhandlung online simulieren. Wir sollten das sogar, weil auch in der Realität viele Verhandlungen online erfolgen.

      Aber nicht alle!

      Das bedeutet dann, dass die Übungen im Seminar auch wirklich außerordentlich praxisnah sein müssen.

      Manche Fähigkeiten erfordern persönliche Trainings und sind nicht online vermittelbar oder simulierbar

      Manche Fähigkeiten erfordern persönliche Trainings und sind nicht online vermittelbar oder simulierbar

      Intensität realistischer Simulationen

      Ein Vertriebsprofi lernt nichts, wenn er ein Rollenspiel mitmachen soll, das sich mit der Organisation des Kindergartenbasars beschäftigt.

      Er lernt jedoch sehr viel, wenn die Simulation ihn binnen 2 Minuten in eine extrem schwierige Verhandlungssituation bringt, in der er seine eigenen Schwachpunkte und Stärken erkennt. Weil ihn sein Gegenüber einfach nur schweigend anblickt. Oder nicht anblickt. Oder seine Angebotsschreiben unkommentiert auf dem Tisch zu ihm zurückschiebt.

      Das ist intensiv. Das ist realistisch. Das ist online nicht simulierbar.

      Wer im Berufsalltag als Filialleiter eines Einzelhandelsunternehmens mit aufgebrachten Kunden sprechen muss, kann das Grundlagenwissen (z.B. „Wie bleibe ich ruhig“, „Welches sind die 10 häufigsten Beschwerdegründe für Kunden“ oder auch „Firmeninterne Richtlinien zum Umgang mit Reklamationen“) hervorragend online lernen. Und vor allem auch regelmäßig wiederholen.

      Doch das echte Gespräch mit einem (simulierten) Kunden, das müssen wir mit echten Menschen durchführen. Am besten sogar in einer Simulation, in der die anderen Teilnehmer als Pseudo-Kunden diese Situation miterleben und sich genauso verhalten, wie es echte Kunden machen würden: Sie zücken ihr Smartphone und filmen. Diesen Stressfaktor kann man auch virtuell nicht simulieren.

      Deswegen wird es immer Bedarf geben, auch Schulungen in der realen Welt durchzuführen.

      Allerdings wesentlich gezielter, mit weniger Zeitverschwendung und wesentlich mehr sowie intensiveren Praxissimulationen.

      Ein Präsentationstraining, das die Fähigkeit zum Präsentieren vor einer Gruppe von Menschen und auf Veranstaltungen trainieren soll, muss in der realen Welt erfolgen. Sowohl Grundlagen als auch weitergehende Zusatztipps können online vermittelt werden, aber die Nervosität in der Situation oder der Umgang mit Beamer, Laserpointer oder Flipchart muss real trainiert werden.

      Bei der fachlichen Weiterbildung eines Software-Entwicklers, Buchhalters oder Kundendienstmitarbeiters im Call Center können wir andererseits nahezu sämtliche Lerninhalte und Praxisübungen sehr gut auch komplett online durchführen.

      Sollen die Fähigkeiten zur Führung auf Distanz (Führen eines virtuellen Teams) trainiert werden, dann geht das ohnehin am besten online – da dies direkt der realen Praxiswelt entspricht. „Führen auf Distanz“ in einem Seminarraum zu trainieren ist nicht sehr sinnvoll. Es ist höchstens dann angebracht, wenn wir die „nicht-virtuellen“ Führungsthemen ebenfalls abdecken wollen. Wenn beispielsweise Mitarbeiter sowohl im Homeoffice/remote als auch im Büro tätig sind. Dann macht eine Mischung der Trainingsumgebung, sowohl online als auch im Seminarraum, Sinn.

      Noch eine Warnung zu den wie die Pilze aus dem Boden schießenden Online-Angeboten vieler Trainer und Trainingsinstitute:

      Exzellente Online-Trainings ≠ Filmen eines „normalen“ Seminars

      Damit ein Online-Training funktioniert, muss man es anders aufbauen als ein „normales“ Seminar.

      Vor allem ist ein gutes Online-Training nicht einfach nur ein „normales“ Seminar, das man auf Video aufgenommen hat.

      Das Musterbeispiel für diesen Fehler sind die vor einigen Jahren von vielen Universitäten veröffentlichten MOOCs (Massive Open Online Course).

      Die Abschlussquote betrug dort schockierende 4%. (Siehe Financial Times-Artikel)

      Das bedeutet, dass 96% aller Teilnehmer abgebrochen haben.

      Was einerseits daran lag, und immer noch daran liegt, dass man sich als MOOC-Veranstalter nicht auf das neue Format eingelassen hat.

      Andererseits erfordern insbesondere „schwere“ Themen ein massives Eigeninteresse und Selbstdisziplin von Online-Lernern. Online ist es jedoch extrem einfach sich auszuklinken. Man kann den Kurs sogar weiterlaufen lassen und so tun, als ob man ihn absolviert. Obwohl man nebenbei auf dem Smartphone Instagram-Fotos ansieht.

      Bei „schweren“ Themen sind Vor-Ort-Trainer massiv im Vorteil. Weil man sieht und spürt, ob die Teilnehmer mitkommen oder nicht. Und intervenieren kann.

      Diese direkte Interaktion ist auch der Unterschied zwischen exzellenten Theater-Schauspielern und Film-Schauspielern. Wenige brillieren auf beiden Bühnen!

      Individuelle Lernstile

      Ein weiterer Grund, warum eine Mischform zwischen (überwiegend) Online-Trainings und Vor-Ort-Schulungen die Zukunft darstellt, sind die individuellen Lernstile von Menschen.

      Es gibt Menschen, die sind zwingend darauf angewiesen, in einer Gruppe zu lernen und zu interagieren. Bei denen wird das Gehirn erst dann richtig aufnahmefähig, wenn sie mit anderen Menschen zusammen sind.

      Die sich viel schwerer konzentrieren können, wenn sie alleine vor einem Bildschirm sitzen – selbst wenn es eine virtuelle Community und Live-Chats gibt!

      Jeden Mitarbeiter bei jedem Thema nur noch in Online-Schulungen zu zwingen, wäre ein Fehler. Auch hier macht es die Mischung!

      Bausteine der betrieblichen Fortbildung der Zukunft:

      1. Grundlagenwissen, Theorien und Methoden sowie fachlicher Wissensaufbau wird zu einem Großteil per Online-Training erfolgen
      2. Konzept eines Online-Trainings muss in seinem didaktischen Aufbau und Form an die Inhalte und Zielgruppe angepasst werden, z.B. Online-Training, virtuelle Kleingruppen-Sitzungen, Einzelcoachings per Telefon/Video, Webinare
      3. Für ausgewählte Themen, beispielsweise das Trainieren von Präsentationsfähigkeiten vor einer Gruppe, werden auch in Zukunft persönlich durchgeführte, Vor-Ort-Trainings notwendig sein
      4. Darüber hinaus ist es im betrieblichen Kontext angeraten, zur Förderung der Vernetzung der Teilnehmer, regelmäßig persönliche Veranstaltungen durchzuführen

      Fazit Zukunft der betrieblichen Weiterbildung

      Ich bin als hauptberuflicher Trainer, der es liebt vor einer Gruppe von Führungskräften zu stehen und mit ihnen gemeinsam an ihren Führungsfähigkeiten zu arbeiten, begeistert, dass die Corona-Krise die Offenheit für Online-Schulungen in Unternehmen massiv vorangebracht hat. Ich erwarte, in Zukunft deutlich seltener vor Ort bei meinen Kunden zu sein und sie viel stärker durch Online-Trainings, virtuelle Sessions und Webinare zu unterstützen.

      Mir fehlt einerseits die persönliche Interaktion und das Leuchten der Augen sowohl junger als auch sehr erfahrener Führungskräfte, wenn sie durch die Trainings neue Erkenntnisse gewinnen. Andererseits kann ich mit Online-Trainings problemlos zehntausende von Führungskräften parallel trainieren. Das geht vor Ort nicht.

      Ich bin allerdings auch besorgt, weil leider viele Unternehmen sehr schlechte Erfahrungen machen werden. Es ist natürlich online noch viel einfacher, „so zu tun als ob“ man ein guter Trainer ist. Und daher gibt es viele Online-Trainings, die Schrott sind, aber gut vermarktet werden. Wenn Unternehmen an solche Scharlatane geraten und frustriert dem Online-Trainingsmarkt den Rücken kehren, ist das fatal.

      Insgesamt werden die Unternehmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil und engagiertere Mitarbeiter haben, die aktiv eine gemischte Schulungsstrategie annehmen und Online-, virtuelle Live-Veranstaltungen (z.B. Webinare und Live-Coaching-Calls) sowie Vor-Ort-Schulungen kombinieren.

      Falls Sie Führungskraft, Personalverantwortlicher oder HR-Experte sind und ihre Weiterbildungsstrategie für Ihre Mitarbeiter auf die neue Welt ausrichten möchten, dann kommen Sie gerne auf mich zu. Ich kann Ihnen viel Frust ersparen und den direkten Weg zeigen, um ein integriertes Weiterbildungs-Angebot zu entwickeln, das Ihre Mitarbeiter motiviert, engagiert und dort abholt, wo sie wirklich sind.

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