Wenn es um Feedback geben geht, sehen sich viele Menschen vor einer echten Herausforderung. Egal ob im Privat- oder im Berufsleben, das Äußern von Kritik an seinen Mitarbeitern, Kollegen, Partner oder Freunden ist für viele eine mühselige Angelegenheit.

Tatsache ist, dass Feedback geben auch negative Reaktionen beim Gegenüber auslösen kann; der Feedback-Empfänger kann sich persönlich angegriffen fühlen. Im schlimmsten Fall verursacht das Geben von Feedback einen Streit oder gar das Ende einer Zusammenarbeit oder Freundschaft.

Damit Ihr Feedback richtig bei Ihrem Gegenüber ankommt, haben wir nachstehend die fünf häufigsten Fehler beim Feedback geben für Sie zusammengefasst.

1. Gesprächsführung

Der Ton macht die Musik – auch beim Äußern von Kritik. Wird das Feedback in knappen Worten verfasst oder als kompromisslose Tatsache übermittelt, kann es den Feedback-Empfänger demotivieren.

Auch wenn Sie Ihrer Meinung nach absolut Recht haben oder als Vorgesetzter in einer bestimmten Situation keine Kompromisse eingehen müssen: geben Sie Ihrem Gegenüber stets die Chance, seine Sicht der Dinge zu äußern. Feedback sollte demnach weder ein Monolog noch eine einseitige Ansage / Meinungsäußerung sein, sondern ein beiderseitiges Gespräch (Feedbackgespräch).

Achten Sie also unbedingt darauf, wie Sie kritisierendes Feedback in Worte fassen. Wählen Sie einen freundlichen, respektvollen Tonfall und geben Sie Ihrem Gegenüber die Gelegenheit zur Stellungnahme.

2. Zeitpunkt

Ob im Privat- oder im Berufsleben, der richtige Zeitpunkt ist für das Feedbackgespräch ausschlaggebend. Oft werfen wir dem Freund oder dem Partner bei einem hitzigen Streit alles an den Kopf, was wir über Wochen oder Monate in uns aufgestaut haben. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt, um Feedback zu geben!

Wählen Sie einen Zeitpunkt, in denen Ihr Gegenüber die nötige Zeit und Ruhe hat: nicht kurz vor einem Termin oder 5 Minuten vor Abfahrt. Auch sollte das Feedback Ihr Gegenüber nicht bloßstellen. Während Sie allgemeines Feedback durchaus auch in der Runde äußern können, sollten Sie bei persönlichem Feedback einen Moment wählen, an dem keine oder möglichst wenige unbeteiligte Personen anwesend sind.

Gerade beim Feedbackgespräch mit Kollegen oder Mitarbeitern bietet es sich an, vorab einen Termin zu vereinbaren, um genügend Zeit und Privatsphäre zu gewähren.

Aber Achtung – warten Sie nicht zu lange! Als Faustregel gilt: Kritik sollten Sie innerhalb drei Tagen äußern, Lob innerhalb einer Woche. Zu langes Warten nach einem Vorfall vermindert die Wirkung. Äußern Sie Feedback lieber zeitnah, statt Gefühle in sich aufzustauen.

3. Argumente

Sie möchten Feedback geben zu einer Situation, von der Sie wissen, dass Sie klar im Recht sind? Auch hier sind die Argumente entscheidend, um Feedback richtig zu übermitteln.

Bevor Sie Feedback geben, machen Sie sich ein umfangreiches Bild von der Situation. Beispiele von konkreten Vorfällen helfen, eine Situation zu verdeutlichen. Falsche oder fadenscheinige Argumente und Übertreibungen führen dazu, dass das Feedback nicht als Motivationswerkzeug, sondern als demotivierende Erfahrung aufgenommen wird.

Achten Sie unbedingt darauf, sachlich zu bleiben. Konzentrieren Sie sich beim Feedback geben lieber auf den einen Punkt, um den es geht und weichen Sie nicht vom Thema ab.

4. Lob vor vernichtender Kritik

Sicher haben Sie auch gehört, dass Sie erst positive Aspekte benennen sollten, bevor Sie Kritik äußern, um die Kritik „nett zu verpacken“, nicht wahr?

Ein Kritikgespräch mit einem Lob zu beginnen und direkt danach eine scharfe Kritik zu äußern ist einer der häufigsten Fehler beim Feedback geben. Vermeiden Sie unbedingt den Versuch, die Wirkung Ihrer Kritik durch Lob zu kompensieren. Zum einen verliert das Lob durch die anschließende Kritik an Bedeutung, zum anderen garantiert vorangestelltes Lob nicht den Erfolg Ihrer Kritik.

Setzen Sie sich stattdessen zum Ziel, Kritik richtig zu vermitteln, indem Sie die Punkte 1-3 dieser Liste berücksichtigen. Äußern Sie Lob also nicht unbedingt im Kritikgespräch, sondern besser zu einem anderen Zeitpunkt, um dessen Wirkung nicht durch die Kritik zu reduzieren oder gar zu zerstören.

5. Ausbleiben von Feedback

Unangenehme Reaktionen im Vorfeld vermeiden, indem erst gar kein Feedback gegeben wird? Was für viele nach einer angenehmen Lösung klingt, ist in Wirklichkeit ein fataler Fehler.

Feedback geben, sowohl positiv als auch kritisierend, ist nicht nur im Privatleben, sondern auch im Beruf wichtig. Über 50% der Mitarbeiter geben an, dass eine Rückmeldung zur eigenen Arbeit für sie wichtig ist. Indem Sie Ihren Mitarbeitern Feedback geben, helfen Sie ihnen, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und sich zu verbessern.

Auch in einer Freundschaft, Partnerschaft oder in der Familie sollten wir uns nicht scheuen, Feedback zu äußern. Kein Feedback zu geben bedeutet, dass wir den Menschen, die wir schätzen, wichtige Einsichten zum eigenen Verhalten vorenthalten.

Besonders schwierige Feedback-Situationen

Im Idealfall soll sowohl positives als auch kritisches Feedback dem Empfänger helfen, eine Situation oder ein Verhalten zu verstehen. Indem Sie die 5 häufigsten Fehler beachten und vermeiden, wird Ihnen das Feedback geben leichter fallen.

Leider läuft nicht immer alles so wie gewünscht und es kann passieren, dass Sie sich mit besonders schwierigen Situationen konfrontiert sehen.

Trotz guter Vorbereitung und richtiger Gesprächsführung kann es vorkommen, dass Ihr Feedback keine Veränderung nach sich zieht. Der Freund oder Mitarbeiter fällt in alte Verhaltensmuster zurück und das Feedback scheint vergessen.
Vielleicht reagiert der Freund oder Mitarbeiter überraschend emotional, beginnt zu weinen oder wird aggressiv.

Werden Sie zum Meister des Feedbacks

Lernen Sie in unserem Online-Kurs, wie Sie souverän Feedback- und Kritikgespräche führen. Der Kurs lehrt Sie die wichtigsten Feedback-Methoden, so dass Sie in allen Situationen entspannt Lob und Kritik äußern können: gegenüber dem besten Freund, dem Lieblingskollegen oder der emotionalen Praktikantin.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Feedback richtig geben und mit den verschiedenen Reaktionen auf Feedback bestmöglichst umgehen. Dieser Kurs richtet sich an alle, die mit Feedback etwas erreichen möchten, sowohl privat als auch im Beruf, in allen Funktionen und Tätigkeitsfeldern.

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