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Ich habe nicht überlebt – ich habe mich vorbereitet [Nelson Mandela – Führungstipp]

Führung in der Krise - Mandela - Gefängnis vorbereitet

27 Jahre lang war Nelson Mandela in Haft. In einer winzigen Zelle schlief Häftling 46664 – wenn er nicht bei der Zwangsarbeit im Kalksteinbruch war. Die Zelle war so klein, dass Kopf und Füße fast die Wände berührten, wenn er auf seiner Pritsche lag.

Nachdem Nelson Mandela 1990 freigelassen wurde, antwortete er auf die Frage, wie er diese 27 Jahre in Haft überlebt habe mit der Aussage:

Ich habe nicht überlebt, ich habe mich vorbereitet

Seine Autobiographie „Der lange Weg zur Freiheit“ (hier geht’s zum Buch – eine klare Leseempfehlung) beschreibt seinen gesamten Entwicklungsprozess von einem Anwalt, über einen gewalttätigen Untergrundkämpfer, bis hin zu einem der angesehensten Staatsmänner aller Zeiten.

Warum schreibe ich das?

Wenn wir uns – persönlich oder in unserer Rolle als Führungskraft – in einer Krise befinden, konzentrieren wir uns sehr schnell auf das, was wir plötzlich nicht mehr haben. Was uns fehlt. Was uns weggenommen wird.

Als Führungskraft beklagen wir vielleicht den unfairen Wettbewerb, die mangelnde Unterstützung des Staates, oder die fehlenden Innovationen der Mitarbeiter.

Wenn zusätzlich viele um uns herum ebenfalls klagen, dann laufen wir Gefahr, in einen teuflischen Strudel zu geraten. Wer einen Fixed Mindset hat, nimmt Rückschläge, Hindernisse und Krisen sehr persönlich – und kann daran zerbrechen.

Wo der Fokus liegt, dorthin fließt auch unsere Energie

Führung während einer Krise - überleben oder entwickeln

Es wäre für Nelson Mandela ein Leichtes gewesen, im Gefängnis noch radikaler zu werden. Oder daran zu zerbrechen.

Doch er wuchs.

Die Krise, durch die viele Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter heute gehen, erfordert selbstverständlich einen Fokus auf Schadensminimierung.

Führungskräfte müssen Mitarbeitern Halt geben, niemals geplante Herausforderungen meistern und beispiellose Situationen bewältigen.

Sie müssen dafür sorgen, dass ihre Unternehmen überleben.

Das ist bereits eine Leistung.

Doch es sollte nicht alles sein.

In meinen anderen Artikeln wie beispielsweise Zurück ins Büro – Nein Danke oder Wenn nicht jetzt – wann dann? gehe ich bereits darauf ein, die Herausforderungen auch als Chance zu nutzen.

Mit Nelson Mandelas Worten möchte ich Sie nochmals dazu anregen, Ihren Fokus nicht nur auf das Überleben zu legen, sondern als Führungskraft mit Ihren Mitarbeitern gemeinsam die Krise zu nutzen, um sich auf eine neue Zeit vorzubereiten.

Egal welche Krise wir durchstehen – oft ist nicht klar vorherzusehen, wie lange sie dauern wird.

Eine Woche, einen Monat, ein Jahr, zwei Jahre.

Wer nun als Führungskraft abwartet, bis die Erkennungszeichen für einen Aufschwung eindeutig sind, startet bereits mit einem Handicap!

Plötzlich ist das Undenkbare möglich: Beatmungsgeräte in Südafrika

Kaum eine Führungskraft würde in „normalen“ Zeiten daran denken, mit den größten Rivalen zu kooperieren.

Oder mit einem völlig branchenfremden Unternehmen.

Doch diese Scheuklappen verhindern auch viele Innovationen.

Folgendes Beispiel aus Südafrika zeigt, was möglich ist, wenn Scheuklappen keine Option sind…

Führungsstärke in der Krise: Beatmungsgerät Entwicklung Südafrika

Am 5. März 2020 wurde der erste Corona-Fall in Südafrika registriert.

Innerhalb weniger Wochen wurden strengste Maßnahmen umgesetzt, um auch am Kap „die Kurve flach zu bekommen“.

Auch im Regenbogenstaat mangelt es an Beatmungsgeräten, falls die Infektionsrate explodieren würde.

Anfang April bat die Regierung die Führungsteams wichtiger Unternehmen des Landes darum, sich im National Ventilator Project zusammenzuschließen.

Der ambitionierte Plan:

  • Entwicklung eines sehr einfachen Beatmungsgerätes
  • Alle Bauteile müssen bereits vorhanden oder im Land verfügbar sein (d.h. kein Import notwendig)
  • Produktionsstart spätestens Ende April (3 Wochen nach dem Aufruf)
  • Produktion von mindestens 1.500 Geräten binnen 4 Wochen und 10.000 Geräten binnen 8 Wochen
  • Vorbereitungen, um Produktion auf 50.000 Stück hochzufahren

Zusammen kamen dann

  • der Rüstungskonzern Denel,
  • der Haushaltsgerätehersteller Defy,
  • das südafrikanische Ingenier-Team, welches das weltweit größte Radioastronomie-Teleskop entwickelt hat,
  • der lokale Stromanbieter Eskom,
  • die Beschaffungsabteilung des Verteidigungsministeriums,
  • sowie diverse weitere Experten.

Eine unglaubliche Kombination, oder?

Ein Kühlschrankhersteller kooperiert mit einem Waffenhersteller sowie Astronomie-Ingenieuren.

Um ein medizinisches Gerät herzustellen.

In „normalen“ Zeiten undenkbar.

Doch es waren keine normalen Zeiten…

Eine Woche später wurde das Design vorgestellt und zur Abnahme vorgelegt.

Das Prinzip ist sehr einfach und funktioniert ohne Intubation des Patienten (was eine Genehmigung wesentlich aufwändiger gemacht hätte). Es wird sogar daran gearbeitet, dass das Gerät ohne Elektrizität auskommt.

Ohne diese Krise hätten sich die Beteiligten nicht mal an einen Tisch begeben, geschweige denn ein Projekt angenommen für das vom Startschuss bis zum Produktionsbeginn weniger als ein Monat war.

Hier können Sie mehr über das Projekt lesen: SA’s first Ventilator Project 

Und jetzt denken Sie bitte einmal darüber nach, wie Sie in Führung gehen und bislang existierende Grenzen überwinden können.

Krisenerfahrene Führungsteams

Ich habe heute mit einem Geschäftsführer eines Unternehmens aus dem Baubereich telefoniert. Er sagte

„Ich bin vor 25 Jahren in das Unternehmen gekommen und sollte es eigentlich nur sanieren.

Jetzt bin ich immer noch dabei.

Wir haben in den Jahren so viele Krisen kommen und gehen sehen, wir wissen, wie man sich in Krisen verhält.

Wir wissen oft nicht, was die Krise bringt und was genau wir tun müssen, um die Krise zu bewältigen.

Aber sowohl Führungsteam als auch Mitarbeiter wissen, wie man agiert, um Krisen zu bewältigen.“

Ich wünsche Ihnen daher, dass Sie diese Krise nicht nur überleben.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich auf eine Zeit vorbereiten, die Sie – als Führungskraft oder Mitarbeiter – so intensiv und gut nutzen werden, wie keine andere Zeit jemals zuvor!

Nelson Mandela konnte nicht einmal ansatzweise vorhersehen, welche Geschichte er nach seiner Freilassung schreiben würde.

So, wie wir auch jetzt viele Dinge nicht vorhersehen können.

Aber es gibt unglaubliche Geschichten, die zu schreiben sind.

Beantworten Sie als verantwortungsvolle Führungskraft für sich selbst die Frage:

„Will ich selbst schreiben oder nur lesen?“

Ich hoffe, Sie entscheiden sich für’s Schreiben…

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