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      Wie führe ich meinen Chef? Die 5 größten Fehler der Führung von unten

      Wie führe ich meinen Chef - So nicht - 5 Mythen zerstört

      Sie wollen und könnten im Beruf mehr erreichen, wenn Ihr Chef Sie nicht blockieren würde?

      Dann haben Sie sicherlich schon nach Tipps gesucht und dabei die Erkenntnis gewonnen:

      Um meinen Chef zu beeinflussen, muss ich zum absoluten Schleimer werden – und das will ich nicht“.

      Doch dem ist nicht so. Zumindest nicht in den meisten Fällen.

      Man kann sehr wohl seinen Chef beeinflussen und dabei ehrlich bleiben. Man muss keine Fehlentscheidungen des Chefs mit Lobhudelei schönreden, obwohl man dessen Dummheit eigentlich nicht in Worte fassen kann.

      Es gibt 5 Bereiche, die wir beachten müssen, um unseren Chef zu beeinflussen, auf die ich in meinem Artikel Wie führe ich meinen Chef – 5 Profitipps zur Führung von unten eingehe.

      Wer diese fünf Faktoren versteht und berücksichtigt, wird einen Großteil seiner eigenen Ziele durchsetzen können.

      Wenn man im Internet nach „Wie führe ich meinen Chef?“ sucht, findet man viele unsinnige, teilweise sogar dumme oder kontraproduktive Vorschläge unter dem Begriff Cheffing.

      Mythen der Beeinflussung des Chefs

      1. Loben Sie Ihren Chef
      2. Lassen Sie Ihren Chef immer glänzen
      3. Zeigen Sie Interesse, auch wenn Sie keines haben
      4. Korrigieren Sie Ihren Chef nicht
      5. Nehmen Sie alle Aufträge Ihres Chefs an

      Sicherlich haben Sie mindestens einen dieser Vorschläge schon gesehen.

      Nehmen wir sie nun unter die Lupe und betrachten, warum diese Vorschläge sogar kontraproduktiv sein können.

      5 typische & brand-gefährliche „Cheffing“-Vorschläge und Mythen

      Cheffing-Falle 1: Loben Sie Ihren Chef

      Es wird empfohlen, den Chef immer und überall zu loben. Persönlich, in E-Mails, vor Kunden, anderen Führungskräften, im eigenen Team.

      Was der Chef sagt, ist richtig und gut. Man stellt dessen Fähigkeiten auf ein Podest und preist ihn vor anderen in den höchsten Tönen.

      Diese Cheffing-Taktik ist brand-gefährlich, denn:

      1. Wir machen uns damit vor dem Team und anderen lächerlich und unglaubwürdig, denn kein Chef ist immer perfekt
      2. Wir vermitteln einem guten Chef den Eindruck, dass wir alles an ihm gut finden – und damit zeigen wir, dass wir weder kritikfähig sind noch dass wir uns selbst ein ernsthaftes Urteil bilden können
      3. Gute Chefs werden diese Lobhudelei sofort erkennen und daraus ableiten, dass wir sie manipulieren wollen. Doch niemand möchte manipuliert werden – vor allem kein Chef
      4. Die Chefs, die mangels Selbstbewusstsein und Rückgrat auf solche Lobeshymnen abfahren, lassen uns in dem Moment fallen, in dem ein anderer Schleimer um die Ecke kommt, der ihn noch effektiver lobt

      Es spricht nichts dagegen, einem Chef gelegentlich ein positives Feedback zu geben. Es muss aber konkret und ehrlich sein.

      Cheffing-Falle 2: Lassen Sie Ihren Chef glänzen

      So ähnlich wie eine Dauer-Lobhudelei ist auch das permanente Hervorheben der Arbeit und Leistungen eines Chefs kontraproduktiv.

      Wer im Teammeeting ständig sagt, dass man selbst und das Team nur erfolgreich ist, weil der Chef so gut delegiert und weise Vorschläge macht, wird unglaubwürdig.

      Wer bei einer Kundenpräsentation die Leistung des Teams unter den Tisch kehrt und betont, dass es ohne den tollen Chef nie klappen würde, sorgt im besten Fall für ein Schmunzeln.

      Wahrscheinlicher ist jedoch, dass dies dem Chef sogar peinlich ist. Und der Kunde sich entweder fragt, was für ein Schleimer da vor ihm sitzt, oder gar die Sorge hat, dass das Team offensichtlich ohne den Chef verloren ist – und der Kunde dieses Risiko nicht eingehen will.

      Natürlich können wir in einer Retrospektive oder Lessons Learned ansprechen, dass ein bestimmtes Ergebnis dank des Coachings des Chefs entstanden ist.

      Aber auch das muss mit Maß erfolgen.

      Haben Sie einen narzisstischen Chef (denken Sie gerade auch an Donald Trump?), dann sollten Sie ihn loben – egal was er macht.

      Dass Sie damit Ihre Seele verkaufen ist jedoch Ihre Sache. Ich würde es nicht machen…

      Cheffing-Falle 3: Zeigen Sie Interesse (auch wenn Sie keines haben)

      Sie haben gehört, dass man leichter eine Verbindung zu anderen aufbaut, wenn man Gemeinsamkeiten hat?

      Das stimmt. Aber nur dann, wenn es echte Gemeinsamkeiten sind.

      Der Chef liebt Großwildjagd, macht Yoga, spielt Golf oder sammelt japanische Schwerter?

      Dann empfehlen Ihnen manche Cheffing-Ratgeber: Zeigen Sie Interesse – selbst wenn Sie keines haben

      Naja, es spricht überhaupt nichts dagegen, den Chef zu fragen, wie sein Golfturnier war, wenn er die Woche davor ständig davon gesprochen hat.

      Wir sollten aber nicht das Wochenende damit verbringen, uns alle Details zum Turnierplatz, den Besonderheiten der Bunker am 15. Loch oder die Windverhältnisse reinzuziehen – um dann am Montag darüber fachsimpeln zu können. Wenn wir selbst kein Golf spielen – und das bekommt der Chef sofort raus – dann bleiben wir bei ein, zwei ehrlichen Nachfragen zum Turnier. Und gut ist es.

      Natürlich freut sich der Narzisst, wenn er eine Stunde lang über seine grandiosen Drives auf den Par 5-Löchern berichten kann. Selbst wenn es Lügengeschichten sind.

      Aber einem Narzissten zu schmeicheln ist ein Fulltime-Job, der dann zum Bumerang wird, sobald eine andere Führungskraft dessen Platz übernimmt. Denn dann haben Sie bereits den Stempel des Schleimers und werden einen schweren Stand beim neuen Chef haben.

      Cheffing-Falle 4: Korrigieren Sie Ihren Chef nicht

      Ok, dieser Tipp ist nicht komplett falsch…

      Stellen wir uns vor, Ihr Chef hält eine Präsentation vor dem Vorstand. Sie sitzen dabei und assistieren.

      Chef berichtet über den Projektfortschritt und ist, sagen wir mal, sehr optimistisch bezüglich einiger Details. Sie wissen, dass diese Punkte aktuell sehr kritisch sind und halten seine Aussagen für zu optimistisch.

      Wenn Sie jetzt Ihrem Chef, vor dem Vorstand, ins Wort fallen und sagen

      Moment, lieber Chef, das muss ich jetzt korrigieren. Insbesondere Punkt 23 ist momentan sehr kritisch und wir können nicht sagen, ob wir den Termin einhalten können.

      Denken Sie, Ihr Chef wird Sie zukünftig bei Präsentationen hinzuziehen?

      Oder Ihre Bitte um eine Beförderung bevorzugt behandeln?

      Vermutlich nicht!

      Sie haben dafür gesorgt, dass er möglicherweise sein Gesicht vor dem Vorstand verliert.

      Sie haben den Eindruck vermittelt, dass der Chef seine eigenen Mitarbeiter nicht im Griff hat und den Vorstand falsch informiert.

      Das war es dann mit Ihrer guten Beziehung zum Chef!

      Falls Ihr Chef zu optimistisch präsentiert, dann können Sie ihren Chef danach unter vier Augen ansprechen.

      Sagen Sie ihm, dass Sie bezüglich Punkt 23 Bauchschmerzen haben, „aber Du, lieber Chef, hattest sicherlich einen guten Grund, das Projekt so optimistisch beim Vorstand vorzustellen.

      Und dann warten Sie mal ab, was er sagt. Er hat vielleicht sehr gute Gründe gehabt, das so darzustellen.

      Choleriker, Narzissten und Co. sind in aller Regel wenig kritikfähig.

      Da müssen wir uns dann überlegen, was wir mit einer Kritik, die teflonartig abprallt, erreichen wollen.

      Die Definition von Wahnsinn ist, die gleiche Sache immer wieder zu machen und zu hoffen, dass ein anderes Ergebnis dabei herauskommt“,
      soll Albert Einstein gesagt haben.

      Egal, von wem das Zitat ist, aber es macht doch keinen Sinn, immer wieder gegen Mauern zu rennen.

      Dann spare ich mir die Kritik.

      Falls Sie aber merken, dass die Kritik mit einigen Stunden, Tagen oder Monaten Verzögerung wirkt, dann machen Sie weiter.

      Bei manchen meiner Beratungs-Kunden, erfolgreichen Unternehmern, weiß ich, dass manche Hinweise 3 – 6 Monate dauern, bis sie Wirkung zeigen. Aber sie wirken. Also mache ich weiter 🙂

      Eine Grundregel gilt in jedem Fall – weil sie für alle Kritikgespräche gilt:

      Kritik muss konkret sein und muss in einem Vieraugengespräch geäußert werden.

      Das gilt generell und ganz besonders beim Umgang mit unseren Chefs.

      Cheffing-Falle 5: Nehmen Sie alle Aufträge Ihres Chefs an

      Die vermeintliche Strategie dieser Cheffing-Falle besteht darin, dass man in den Augen des Chefs zum Retter in der Not, zum immer verfügbaren und willigen Helfer wird – und der Chef dies langfristig schätzt.

      Grundsätzlich ein guter Gedanke.

      Aber warum sitzen eigentlich so wenige, richtig nette Typen auf den Chefsesseln?

      Wenn man durch ein ausgeprägtes Helfersyndrom Karriere machen würde, sähe unsere Welt anders aus.

      Klar ist es super, wenn man einem Chef in einer Notlage auch mal aus der Patsche hilft.

      Allerdings gibt es viele Chefs, die diese Hilfe gar nicht als solche wahrnehmen – und Sie dadurch überhaupt nichts gewinnen.

      Andere Chefs sehen es als Normalität an, dass ihre Mitarbeiter alles für sie machen – auch dann gewinnen Sie nichts.

      Die dritte Gruppe von Chefs wird dies wahrnehmen.

      Wenn Sie jedoch immer derjenige sind,

      • der sich immer freiwillig meldet,
      • der jeden auch noch so unsinnigen Auftrag annimmt und
      • der trotz 130%-iger Auslastung bei einer Anfrage des Chefs sofort „JA“ sagt,

      der wird vom Chef eher als Burn out-Kandidat gesehen, als jemand, den man für die nächste Führungsrolle empfehlen wird.

      Respekt erhält, wer auch mal Grenzen setzt.

      Gerade als Mitarbeiter.

      Ein „Nein“ signalisiert dem Chef, dass Sie Entscheidungen abwägen können und nicht als Schleimer jede Gelegenheit nutzen, um sich positiv ins Bild zu setzen.

      Richtig gute Chefs wollen sogar, dass ihre Mitarbeiter auch einmal eine Gegenposition beziehen. Wenn Sie einen solchen Chef haben, dann mögen Sie (und er oder sie) sicherlich auch einen meinen beliebtesten Artikel „Warum der Chef der Dümmste im Raum sein sollte„.

      Fazit: Die 5 größten Fehler der „Führung von unten“ – oder: So führen Sie Ihren Chef NICHT

      Ich hoffe, dass Sie nicht in einige der Fallen treten, die durch andere Ratgeber zum Führen unseres Chefs gegeben werden.

      Klar, es gibt Chefs, denen müssen Sie nur von morgens bis abends Honig um den Mund schmieren, ihnen den Mantel tragen, jede Drecksarbeit abnehmen und sie auch für die bescheuertste Entscheidung loben.

      Die gibt es. Und wenn Sie dann entsprechend agieren, werden Sie in deren Fahrwasser vielleicht sehr weit nach oben geschwemmt.

      Dafür zahlt man dann jedoch auch einen hohen Preis. Und wer glaubt, dass er nach 10 Jahren Schleimerei dann plötzlich ganz anders agiert, wenn er den ersehnten Führungsposten übernommen hat, der unterschätzt den Gewöhnungseffekt, den unsere eigene Persönlichkeit durch dieses Vorgehen mitmacht.

      Es ist Ihre Entscheidung.

      Ein halbes Jahr lang die Zähne zusammenbeißen, bis der patriarchalische Chef in den Ruhestand geht und in der Zeit gute Miene zu bösem Spiel machen, kann man sicherlich überlegen.

      Die gute Nachricht zum Schluss:

      Die meisten Führungskräfte sind gar nicht so übel und man kann diese auch „von unten führen“!

      Wenn man versteht, was ihnen wichtig ist und wie sie zu nehmen sind.

      Darauf gehe ich ja ausführlich im Artikel „Wie führe ich meinen Chef?“ ein.

      So führen Sie Ihren Chef – Online-Training

      Das Online-Training für Mitarbeiter, die ihren Chef besser führen und beeinflussen wollen.
      Natürlich im positiven Sinne!
      Praxiserprobte Methoden, Tipps und Checklisten helfen Ihnen, Ihren Chef zu führen und dabei Sie selbst zu bleiben!

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