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      SMART Ziele setzen mit der SMART-Methode

      Ziele setzen mit der SMART Methode Beispiele Vorteile und Nachteile

      Wer nach „Wie müssen Ziele definiert sein?“ sucht, stößt sehr schnell auf die SMART-Methode zum Definieren von Zielen. Und fragt sich dann „Was bedeutet die Abkürzung SMART?

      Daher beschäftigen wir uns mit der SMART-Marthode zur Ziel-Setzung, betrachten die Vor- und Nachteile und sehen uns Beispiele SMART definierter Ziele an.

      Was ist die SMART-Methode?

      Definition SMART-Methode:

      Ein Ziel muss laut SMART Methode Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert definiert werden, um erreichbar zu sein.

      Betrachten wir nachfolgend die einzelnen Elemente der SMART-Methode.

      Ziele spezifisch definieren mit der SMART Methode magnetic-compass-390912

      SMART-Methode: Spezifisch

      > Das Ziel ist konkret, unmissverständlich und detailliert beschrieben.

      Ein Hauptproblem der allermeisten Ziele liegt schon darin begründet, dass das Ziel völlig unkonkret ist. Das zeigt sich dann daran, dass jeder, der davon hört, etwas anderes darunter versteht.

      Ein Beispiel für ein unspezifisches Ziel: „Gesünder Leben

      Dieses Ziel kann sich auf die Ernährung, den Ort, an dem man lebt, oder die Anzahl an Stunden, die man täglich schläft, aber auch die sportlichen Aktivitäten beziehen.

      Ein unspezifisches Ziel kann unter Umständen funktionieren, wenn es ein persönliches Ziel ist, das man keiner anderen Person kommuniziert und bei dem man selbst ganz genau weiss, was man will – es aber einfach nicht besser kommunizieren kann. Dennoch wäre es besser, das Ziel spezifischer zu formulieren…

      Ein Beispiel für ein spezifisches Ziel: „Umstellung der Ernährung mit maximal 1x wöchentlich Fleisch oder Fisch, maximal 1x wöchentlich Alkohol, sowie mindestest 2x wöchentlich 30 Minuten Sport einen gesünderen Lebensstil pflegen.

      Diese Zielformulierung macht nicht nur das Ziel klarer, sondern hilft uns auch dabei, die richtigen Schritte zu gehen, um das Ziel zu erreichen!

      Ziele messbar definieren mit der SMART Methode

      SMART-Methode: Messbar

      > Das Ziel ist so beschrieben, dass es sowohl quantitativ (z.B. Menge, Umfang, Umsatz, Marge) als auch qualitativ (z.B. Durchschnittsbewertung durch Kunden, Spaltmaß, Zeitdauer zwischen Bestellung und Lieferung) gemessen werden kann.

      Ein Beispiel für ein nicht messbares Ziel: „Kunden besser bedienen

      Dieses Ziel mag Sinn machen, aber wie misst man das Ergebnis?

      Ist ein Ziel nicht messbar, widerspricht also der SMART-Methode, dann entstehen daraus vor allem zwei Hauptprobleme:

      1. Wie findet man heraus, ob man Fortschritte macht? Da das Erkennen von Fortschritt jedoch ein bedeutender Faktor für die Motivation ist, sorgen nicht messbare Ziele sehr schnell für Demotivation.
      2. Wie erkennt man, ob man das Ziel erreicht hat? Es ist fatal, wenn man schon längst ein Ziel erreicht hat und dennoch weiterhin daran arbeitet – weil man es einfach nicht weiss oder bemerkt. Perfektionistische Menschen laufen dann ganz besonders Gefahr, viel zu viel Zeit und Energie in die Perfektionierung eines bereits fertigen Ergebnisses zu stecken.

      Ein Beispiel für ein messbares Ziel: „Steigerung der Kundenzufriedenheit – gemessen durch die jährliche Kundenzufriedenheitsumfrage – von aktuell 3,9 auf 4,5 im kommenden Jahr und auf 4,8 in allen Folgejahren

      Ziele attraktiv mit SMART-Methode definieren

      SMART-Methode: Attraktiv

      > Das Ziel ist so beschrieben, dass es für alle Beteiligten attraktiv ist.

      Hier stoßen wir bereits auf einen ersten Kritikpunkt an der SMART-Methode. Denn attraktiv ist ein sehr subjektiver Begriff.

      Die Idee dahinter ist jedoch sinnvoll: Wer an einem Ziel arbeiten soll, das er innerlich ablehnt, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit nur das absolut Nötigste tun oder die Tätigkeit an diesem Ziel immer wieder hinauszuschieben.

      Angenommen, das Ziel ist die Fertigstellung einer 190-seitigen Präsentation, dann wird dies nicht unbedingt attraktiv sein. Es ist vermutlich notwendig, aber nicht unbedingt attraktiv.

      Verlangt man jedoch bei allen Zielen diese Attraktivität, dann werden Dinge „die einfach getan werden müssen“ den Kürzeren ziehen. Bis man keine Wahl mehr hat und dann unter Druck daran arbeiten muss.

      Den Kritikpunkt an der SMART-Methode sehen wir nun am Beispiel für ein attraktives Ziel: „Gewinnen von drei Neukunden (und Bezug einer Bonuszahlung von EUR 50,000)“

      An diesem Beispiel sehen wir, dass mitunter nicht das Ziel attraktiv ist, sondern das, was man erhält, wenn das Ziel erreicht wurde.

      Wer beispielsweise einen Kredit für sein Haus abbezahlen möchte, dann ist das Ziel „Tilgung aller Schulden bis zum 31.12.2021“ deswegen attraktiv, weil dadurch die Belastung wegfällt, man sich einen Traum erfüllt hat, mehr Geld für andere Dinge verfügbar ist, etc.

      Natürlich ist es extrem hilfreich, wenn ein Ziel für uns attraktiv ist, aber wirklich wichtige, anstrengende Ziele könnten durch diese Anforderung der SMART-Methode abgelehnt oder so klein definiert werden, dass sie nichts bringen.

      Realistische Ziele SMART definierten

      SMART-Methode: Realistisch

      > Das Erreichen des Ziels muss realistisch sein.

      Hmm, was ist realistisch?

      Alles erscheint unmöglich, bis es getan wurde

      Nelson Mandela

      Diese Ziel-Anforderung der SMART-Methode ist für mich der grösste Kritikpunkt oder Nachteil. Attraktiv war bereits subjektiv, aber realistisch ist noch viel subjektiver!

      Angenommen, Sie und ich wären gemeinsam in einer Sportgruppe eines Unternehmens. Sie lieben das Training an den Geräten im Fitness-Studio, halten aber nicht so viel von Cardio-Training, während ich lieber laufe.

      Wenn die Sportgruppe nun das Ziel für alle Mitglieder ausrufen würde, in 4 Wochen an einem Marathon teilzunehmen, dann wäre das für Sie ein sehr unrealistisches Ziel, während es für mich absolut realistisch wäre – da ich ohnehin ständig so viel trainiere.

      Eine realistische Zieldefinition nach der SMART-Methode ist natürlich schon sehr sinnvoll, wenn dadurch der individuelle Zustand der Person berücksichtigt wird, die das Ziel erreichen soll.

      Doch vor allem bei herausfordernden Zielen kommt es noch viel mehr auf einen ganz anderen Faktor an.

      Dem Mindset der betroffenen Person!

      Es gibt Menschen mit der Lebenseinstellung „Ich sage erst einmal JA zu jeder Herausforderung – ich werde schon einen Weg finden“.

      Andere Menschen können 6 Wochen lang nicht mehr schlafen, weil sie erfahren haben, dass ihr Schreibtisch zukünftig nicht mehr rechts, sondern links von der Türe stehen wird.

      Dazu kommt, dass durch eine Formulierung realistischer Ziele beispielsweise nur selten Innovationen oder bahnbrechende Neuerungen entstehen. Denn ein Ziel, das eine innovative Lösung verlangen würde, wäre vermutlich eher unrealistisch.

      Ein Beispiel für ein realistisches Ziel: „Steigerung der Antwortzeit auf Kundenanfragen von aktuell 48 Stunden auf 47,9 Stunden

      Das ist ziemlich sicher sehr realistisch.

      Aber auch langweilig.

      Ein Beispiel für ein unrealistisches Ziel: „Steigerung des Umsatzes von aktuell EUR 100,000 auf EUR 2,500,000 innerhalb von 12 Monaten

      Doch solch ein gemäß SMART unrealistisches Ziel kann ungeahnte Energien freimachen und Innovationen hervorrufen, die bei realistischer Zieldefinition niemals entstanden wären.

      Ziele terminiert definieren mit SMART-Methode

      SMART-Methode: Terminiert

      > Das Ziel soll an einem definierten Zeitpunkt erreicht sein.

      Diese Ziel-Anforderung ist sehr sinnvoll.

      Denn ein Ziel ohne Termin ist ein Wunsch – und bei Wünschen hoffen wir meist darauf, dass sie von alleine in Erfüllung gehen. Für die meisten Ziele ist es jedoch notwendig, dass wir aktiv handeln…

      Beispiele für ein Ziel ohne Termin: „Neue Produkte entwickeln“ oder „Mehr Sport machen

      Klar, das klingt gut. Aber bis wann?

      Wenn kein Termin festgelegt ist, an dem man das Ziel erreichen will oder soll, kann man problemlos auch noch bis morgen warten, um den ersten Schritt zu machen. Oder Übermorgen. Oder die Zeit nach den Sommerferien.

      Deswegen ist eine Terminsetzung bei der Definition von Zielen unabdingbar.

      Beispiele für SMARTE Ziele für Unternehmen

      • Steigerung des Umsatzes im Produktbereich X bis zum 31.12.2021 um 7% im Vergleich zum Vorjahr.
      • Reduzierung der Ausschussquote der Produktlinie Q von 12% auf 9% bis zum 30.09.2021.

      Beispiele für SMARTE Ziele für private Ziele

      • Umstellung der Ernährung ab sofort mit maximal 1x wöchentlich Fleisch oder Fisch, maximal 1x wöchentlich Alkohol, sowie (ab in drei Monaten) mindestest 2x wöchentlich 30 Minuten Sport.
      • Persönliche Weiterbildung zum Teamleiter durch Teilnahme an einem Online-Training bis zum 30.06.2020 und aktive Bewerbung auf Teamleiter-Stellen innerhalb und außerhalb des Unternehmens ab dem 01.07.2020 mit dem Ziel einer Beförderung zum Teamleiter innerhalb der kommenden 18 Monate.

      Vor- und Nachteile der SMART-Methode

      Die Vorteile der SMART-Methode habe ich bereits bei den einzelnen Kriterien beschrieben.

      Darüber hinaus ist SMART natürlich immer besser, als wenn man gar keine Ziele definiert.

      Die größten Nachteile der SMART Methode sind:

      1. Fördert Mittelmäßigkeit, denn wie oben beschrieben führt vor allem das Kriterium Realistisch aber auch das Kriterium Attraktiv dazu, weniger ambitionierte Ziele anzusteuern und Dinge, die unangenehm sind, nicht zu behandeln
      2. Hemmt die Motivation, denn diverse Studien zeigen regelmäßig, dass Motivation auch dadurch entsteht, dass schwierige Probleme gelöst werden – die aber bei zu realistischen SMART-Zielen gar nicht angegangen werden
      3. Ambitionierte Ziele nicht definierbar, denn ein ambitioniertes Ziel wie beispielsweise „Aufbau eines innovativen Produktbereichs im Bereich künstlicher Intelligenz für das Gesundheitswesen“ ist gemäß SMART nicht spezifisch genug. Doch für visionäre Ziele ist es gelegentlich zwingend notwendig, erst einmal unspezifisch zu agieren und spezifischere Unterziele zu definieren
      4. Praxistransfer fehlt, denn nach der Definition des Ziels wird man bei SMART alleine gelassen. Es gibt keine Unterstützung dabei, aus dem Ziel auch Handlungen abzuleiten
      5. Erhöht den Leistungsdruck, dies ist kein Kritikpunkt an der SMART-Methode alleine, sondern gilt für alle Zielsetzungsmethoden. Allerdings trifft dieses Argument nur dann zu, wenn Ziele diktiert und nicht gemeinsam (z.B. zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern) definiert werden

      SMART Ziele setzen Grafik

      Fazit

      Dieser Artikel sollte die Fragen:

      • Wie müssen Ziele definiert sein?
      • Was bedeutet die Abkürzung SMART?
      • Welche Vor- und Nachteile hat die SMART-Methode?

      beantwortet haben.

      Für sich alleine ist die SMART-Methode in meinen Augen nicht ausreichend, um Ziele zu erreichen.

      Eine wesentlich bessere Methode, die handlungsorientiert und praxisnah ist, stellt die OKR-Methode (Objectives & Key Results) dar. Und bei OKR können wir SMART sogar integrieren – aber OKRs bieten eben noch viel mehr, um aus Zielen Handlungen zu machen, die uns zum Ziel führen.

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