5 Tipps um als Führungskraft konsequent zu führen und zu handeln

27. Januar 2020
Axel Rittershaus

Konsequentes Handeln – eine der am meisten unterschätzten Führungsqualitäten und der Grund für Erfolg und Leid in vielen Unternehmen.

Wenn mich Unternehmen zu sich einladen und wir uns darüber unterhalten, was ich für die Führungskräfte tun kann, kommen wir immer auf das Thema Ziele und die Zielerreichung.

Einmal berichtete mir die Geschäftsführung darüber, dass einige ihrer Führungskräfte die Vorgaben einfach nicht erreichen. Nicht nur Umsatzziele, sondern auch die Betreuung von Mitarbeitern oder Kunden würde nicht dem entsprechen, wie es vereinbart sei.

Meine zwei ersten Fragen waren:

  • Wie konsequent werden denn die Vorgaben nachgehalten?
  • Welche Konsequenzen gibt es, wenn Vorgaben nicht eingehalten werden?

Die Antwort war die Ursache der Probleme:

  • Es gab weder ein konsequentes Nachhalten noch Konsequenzen bei nicht eingehaltenen Vorgaben.

Da mir die Problematik mangelnder Konsequenz auch in vielen anderen Unternehmen begegnet, habe ich einige Praxis-Tipps zum konsequenten Handeln als Führungskraft zusammengestellt.

1. Konsequent führen bedeutet die richtigen Ziele zu setzen

Wer in 2 Wochen 50 kg abnehmen, in einem Monat seine Kundenanzahl von 100 auf 1000 verzehnfachen oder binnen vier Wochen ein neues ERP-System einführen möchte, der hat schon vor Beginn des ersten Schritts verloren.

Eine unmögliche Zielvorgabe wird man nicht konsequent verfolgen, wenn man glaubt, dass es sinnlos ist.

Konsequenz erfordert daher zwingend, dass das Ziel, auf das ich konsequent zusteuern will, auch (in meinen Augen!) machbar ist.

Vielleicht ist es ein extrem anspruchsvolles Ziel, von dem ich jedoch glaube, dass ich mit absoluter Konsequenz dort ankommen kann. Dann werde ich auch so handeln. Dann sind anspruchsvolle Ziele auch hochgradig motivierend!

Daher müssen Ziele und Zielvorgaben absolut klar sein.

Nur dann können sie konsequent verfolgt werden.

Nur dann können Mitarbeiter konsequent daran arbeiten.

Nur dann kann die Führungskraft konsequent nachhaken und dranbleiben.

2. Konsequenz erfordert auch klare (Führungs-)Regeln

Wer konsequent führen möchte, der muss zuerst einmal klarmachen, welche Erwartungen er hat. Und welche Regeln gelten.

Konsequent führen bedeutet ja auch, Konsequenzen zu ziehen, wenn Dinge schief gehen oder nicht so durchgeführt werden, wie besprochen.

Ist aber nichts besprochen, sind Konsequenzen nicht durchführbar. Denn dann ist es eher Willkür als faire Mitarbeiterführung. Eine klare Fehlerkultur und Unternehmenskultur machen konsequentes Handeln für alle Beteiligten wesentlich leichter!

Sorgen Sie daher dafür, dass es in Ihrem Unternehmen, in Ihren Teams ganz klare Regeln gibt. Schon in der Aristotle-Studie über die Erfolgsgeheimnisse erfolgreicher Teams stehen „klare Rollen und Vorgaben“ auf der Top 5-Liste.

3. Konsequenz negativ belegt

Der Begriff Konsequenz ist bei vielen sehr negativ belegt.

Und wenn ich darunter verstehe, dass mein Haus versteigert wird, wenn ich meinen Kredit nicht bediente, dann ist das sicherlich negativ.

Für mich.

Für andere, beispielsweise diejenigen, die der Bank ihr Geld anvertraut haben, ist diese Konsequenz wichtig. Denn wäre die Bank in diesem Fall inkonsequent, würden die anderen Anleger ihr Geld verlieren.

Ich glaube, dass Konsequenz nur deswegen negativ belegt ist, weil man ungerechtes Verhalten dahinter vermutet. Oder unmenschliches Verhalten.

Das muss aber nicht sein.

Sie sollten als Führungskraft Konsequenz und konsequentes Handeln als etwas Positives sehen. Als eine wichtige Eigenschaft, mit der alle etwas erreichen und fair geführt werden können.

Ich glaube nämlich, dass Inkonsequenz für viel mehr Ungerechtigkeit sorgt.

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4. Achtung: Ansteckungsgefahr!

Gelegentlich finden wir in Teams Mitarbeiter, die dort mehr Unheil stiften, als dem Team etwas zu bringen.

Die mobben, halten sich nicht an Absprachen, gehen rücksichtslos eigene Wege, etc.

Solche Mitarbeiter sind meistens gar keine schlechten Menschen.

Sie sind nur im falschen Umfeld.

Und dort besteht dann die Gefahr, dass sie mit ihrem Verhalten andere anstecken und aus einem zuvor tollen Team ein Scherbenhaufen wird.

Hier ist konsequentes Handeln dringend gefordert. Im Sinne aller Mitarbeiter – auch des „Querulanten“.

5. Fokus = Konsequenz und Konsequenz = Fokus

Für mich ist Konsequenz und konsequentes Handeln ein Synonym für Fokus.

Dafür, dass man sich auf bestimmte Dinge konzentriert und dafür andere Dinge nicht macht.

Die richtigen Prioritäten setzt.

Das ist aber dann auch der Grund dafür, warum konsequente Menschen schnell als „starrsinnig“, „fanatisch“, „einseitig“ und ähnlich bezeichnet werden.

Klar, das kann passieren.

Aber wer in zwei Jahren an der Olympiade teilnehmen möchte und diesen Monat Schwimmen trainiert, nächsten Monat Judo, übernächsten Monat Marathon, dann Klettern, … der wird niemals zur Olympiade kommen.

Wer andererseits mit 1,58m Größe verbissen versucht, sich für die Basketballnationalmannschaft zu qualifizieren, der wird scheitern.

Darum müssen wir als Führungskraft konsequentes Handeln als fokussiertes Handeln ansehen und dennoch regelmäßig prüfen, ob der Weg noch der richtige ist.

Ein Abwenden von einem Ziel ist nichts Schlimmes.

Es darf nur nicht bei jedem Ziel sein, sobald ein kleines Hindernis auftaucht.

Fazit: Konsequentes Handeln als Führungskraft

Spannend ist es, dass Mitarbeiter eine konsequent handelnde Führungskraft teilweise herbeisehnen. Es kommt erstaunlich häufig vor, dass Mitarbeiter mir gegenüber den Wunsch äußern, dass die Führungskräfte endlich konsequent sein sollten – und zwar auch ihnen gegenüber.

Wer nämlich Vorgaben erhält, diese nicht einhält und danach passiert nichts – der wird von den Vorgaben weder inspiriert noch motiviert. Der ist orientierungslos und verloren. Das endet mit Demotivation und führt dazu, dass mehr als 80% aller Mitarbeiter kaum oder wenig engagiert zur Arbeit gehen.

Wer jedoch weiß, dass alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen, weil alle konsequent auf ihre Ziele hinarbeiten, der ist wesentlich motivierter dabei.

Weil er mehr erreicht.

Nochmals betone ich: Es geht weder um wahnsinnige Ziele noch um „Bestrafungen“ durch rücksichtslose Konsequenzen.

Doch wer etwas erreichen will, und Unternehmen müssen etwas erreichen, den wird konsequentes Handeln wesentlich stärker motivieren, als eine „Laissez-faire“-Führung.

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