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      Adidas-Chef begeht fatalen Anfänger-Fehler einer Führungskraft (Thema: Homeoffice)

      Adidas Chef begeht Anfänger Fehler einer Führungskraft

      Adidas-Chef Kasper Rorsted wird in der Welt am Sonntag (06.12.2020) zum Thema Homeoffice interviewt. Und seine Antwort dazu zeigt einen fatalen Anfängerfehler, den eigentlich nur unerfahrene Führungskräfte machen.

      Es ist bedenklich, wenn die oberste Führungskraft eines Konzerns wie Adidas einen solchen Führungsfehler begeht…

      Worum geht es?

      Laut Welt am Sonntag sagt Adidas-Chef Kasper Rorsted:

      Ich halte nichts vom ständigen Arbeiten zuhause. Für mich ist das Arbeiten eine soziale Sache, bei uns ist sie Teamsport.“

      Und daraus folgt, dass sich

      Beschäftigte keine Hoffnung auf vermehrtes Arbeiten im Homeoffice auch nach der Krise machen dürfen“.

      Situative Entscheidung für oder gegen Homeoffice

      Was ist das Problem?

      Generell ist es logisch, dass jedes Unternehmen anders tickt und in jedem Unternehmen andere Möglichkeiten der Arbeit im Homeoffice bestehen. Völlig klar!

      Die Piloten, das Kabinenpersonal oder die Techniker bei Lufthansa können nicht vom Homeoffice aus ihrem Job nachgehen.

      Die Monteure in den Werken von Daimler, BMW oder Tesla auch nicht.

      Doch was ist Adidas eigentlich?

      Adidas ist primär eine Marke, und sekundär ein Hersteller von Artikeln. Die Mitarbeiter, die in der Herstellung von Sportartikeln beschäftigt sind, können weder heute noch in Zukunft im Homeoffice arbeiten.

      Doch der Adidas-Chef bezieht sich vor allem auf die Mitarbeiter*innen in der Verwaltung und der Unternehmenszentrale. Und diese Menschen arbeiten weder an Nähmaschinen noch verpacken sie Laufschuhe.

      Es sind Designer, Marketingprofis, Social Media-Redakteure, IT-Experten, Teamleiter, Abteilungsleiter, Führungskräfte aller Fachrichtungen. Controller, Finanzexperten, Steuerprofis.

      Und all diese Menschen können prinzipiell völlig problemlos von überall auf der Welt arbeiten. Auch vom Homeoffice aus.

      Mit der pauschalen Aussage stellt sich der Adidas-Chef dem etablierten und praxiserprobten Prinzip der situativen Führung entgegen, die viele Unternehmen erst erfolgreich macht. Gerade Unternehmen, in denen Wissensarbeiter tätig sind. So wie auch bei Adidas! (Mehr zur situativen Führung finden Sie hier: Was ist situative Führung?)

      Doch das ist noch nicht einmal sein größter Fehler.

      Adidas Chef macht mit seinem Führungsverhalten mehr als nur einen Stockfehler

      Adidas Chef macht mit seinem Führungsverhalten mehr als nur einen Stockfehler

      Der Führungsfehler des Adidas-Chefs

      Der eigentliche Anfängerfehler des Adidas-Chefs besteht in seiner Aussage:

      Ich halte nichts vom ständigen Arbeiten zuhause. Für mich ist das Arbeiten eine soziale Sache.“

      Genau.

      FÜR IHN ist es eine soziale Sache.

      FÜR IHN ist es Teamsport.

      Und das wird auch für einige seiner Mitarbeiter gelten.

      Aber nicht für alle!

      Der fatale Anfängerfehler einer Führungskraft besteht darin, dass viele unerfahrene Führungskräfte denken

      So wie ich bin, so wie ich denke, so wie ich mich motiviere – so denken und handeln auch andere.“

      Sie machen den Fehler, von sich und ihrer persönlichen Einstellung auf andere und deren Einstellung zu schließen.

      Und das ist fatal und falsch. Das wäre so ähnlich, wie einen Zehnkämpfer genauso zu trainieren wie eine Bodenturnerin – weil man selbst Bodenturner ist.

      Es wird auch bei Adidas einen signifikanten Anteil an Mitarbeitern geben, die keine Teamsportler sind, sondern exzellente Experten und Einzelspieler. Fantastische Grafiker, Designer, Controller oder Steuerberater beispielsweise.

      Die wesentlich besser, konzentrierter, innovativer, effektiver und daher auch motivierter und produktiver arbeiten können, wenn sie in Ruhe im Homeoffice arbeiten dürfen.

      Doch der Adidas-Chef misst mit seiner Bemerkung alle Mitarbeiter mit genau dem gleichen Maß und das ist ein Führungsfehler aus dem 1×1 der Führung.

      Er untermauert das mit seiner Aussage

      Wir haben den besten Campus der Welt und freuen uns sehr auf den Tag, an dem alle unsere Mitarbeiter hierher zurückkehren können.

      Von „New Normal“ hat er wohl noch nichts gehört…

      Mitarbeiter sind nicht mehr bereit, im Stau zu stehen, bloss weil ihr Chef den Campus so toll findet

      Mitarbeiter sind nicht mehr dazu bereit, im Stau zu stehen, bloß weil ihr Chef den Campus so toll findet

      Dass Mitarbeiter das Homeoffice schätzen gelernt haben und ihre Lebenszeit nicht mehr jeden Tag im Stau verschwenden wollen, scheint noch nicht angekommen zu sein.

      Nur weil er den Campus toll findet, bedeutet das nicht, dass alle seine Mitarbeiter ebenfalls jeden Tag auf dem Campus arbeiten wollen. Und sollten. Die (scheinbar) erfolgreichen Motivationsmechanismen der Vergangenheit, wie beispielsweise ein toller Campus, weichen einem neuen Bewusstsein der Mitarbeiter*innen. Und das ist gut so!

      Homeoffice ist kein „entweder-oder“

      Um es klar zu sagen: Homeoffice ist kein „entweder-oder“, sondern ein „sowohl-als auch“.

      Ein intelligentes, agiles, zukunftsorientiertes Unternehmen sorgt dafür, dass die Mitarbeiter die besten Arbeitsbedingungen vorfinden, um ihre beste Leistung erbringen zu können.

      Dazu gehört natürlich auch die Kooperation und das Zusammensein auf einem Campus.

      Aber nicht immer und nicht für jeden.

      Ein Unternehmenschef, der die Chancen durch wesentlich flexiblere Arbeitsweisen, die unter anderem Homeoffice beinhalten (aber natürlich noch viel mehr als das), aufgrund seiner persönlichen Präferenzen unterbindet, setzt ein schlechtes Zeichen in die Welt.

      Wenn ich bei Adidas arbeiten würde, wäre diese pauschale Absage an die Zukunft der Arbeit ein Grund, mir einen neuen Job zu suchen.

      Kasper Rorsted hat offensichtlich nicht verstanden, dass sich die Welt deutlich verändert hat und er mit seiner singulären Sicht auf die Dinge ein großartiges Unternehmen nachhaltig gefährdet.

      Nochmals auf den Punkt gebracht:
      Ich behaupte nicht, dass alle Mitarbeiter immer im Homeoffice arbeiten sollen.

      Doch es ist ebenso falsch, wenn der CEO eines Unternehmens, das primär deswegen Geld verdient, weil es eine Marke und daher vor allem ein Unternehmen voller Wissensarbeiter ist, der Arbeit im Homeoffice pauschal eine Absage erteilt, weil es ihm persönlich nicht gefällt.

      Gute Führung bedeutet nicht, das alle Mitarbeiter genau so arbeiten müssen, wie ich es als Führungskraft persönlich tun würde – sondern genau so arbeiten, dass sie ihre beste Leistung erbringen können, weil sie motiviert an den Aufgaben und in dem Umfeld arbeiten, das für sie optimal ist!

      Den Artikel finden Sie hier: https://www.welt.de/wirtschaft/article221866480/Adidas-Chef-Kasper-Rorsted-will-keine-Mitarbeiter-im-Homeoffice-nach-der-Krise.html

      Artikel zur Arbeit im Homeoffice:

       

       

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